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Pflegezusatzversicherung für Beamte im Ruhestand

6 Min. Lesezeit
Infografik zur Pflegelücke bei Beamten im Ruhestand
Infografik zum Artikel: Pflegezusatzversicherung für Beamte im Ruhestand

Mit dem Eintritt in den Ruhestand erhöht sich zwar oft der Beihilfesatz auf 70 %, doch eine große finanzielle Gefahr bleibt bestehen: Das Pflegerisiko. Trotz Beihilfe und privater Pflegepflichtversicherung (PPV) entstehen im Ernstfall oft Kosten, die die Pension massiv belasten.

Warum die Pflegepflichtversicherung nur ein Teilkasko-Schutz ist

Die Pflegepflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben und sichert eine Basisversorgung ab. Sie deckt jedoch bei Weitem nicht die realen Kosten einer stationären Pflege ab. Auch wenn die Beihilfe im Ruhestand meist 70 % der beihilfefähigen Kosten übernimmt, bleiben erhebliche Restkosten:

  1. Investitionskosten: Diese sind in der Regel nicht beihilfefähig.
  2. Verpflegung und Unterkunft: Die sogenannten "Hotelkosten" müssen privat getragen werden.
  3. Einrichtungseinheitlicher Eigenanteil (EEE): Trotz Zuschüssen bleibt ein Sockelbetrag für die pflegerischen Leistungen.

Die Pflegelücke im Ruhestand berechnen

Ein Heimplatz kostet heute im Bundesdurchschnitt oft über 4.000 Euro pro Monat. Selbst wenn 70 % der förderfähigen Kosten gedeckt sind, kann der monatliche Eigenanteil für Pensionäre bei 1.500 bis 2.500 Euro liegen. Reicht die Pension aus, um diesen Betrag dauerhaft zu decken, ohne das Ersparte aufzuzehren oder das Erbe zu belasten?

Lösungen: Pflegetagegeld vs. Pflegebahr

Um diese Lücke zu schließen, stehen Beamten verschiedene Optionen offen:

  • Pflegetagegeldversicherung: Hier wird ein fester Tagessatz vereinbart, der im Pflegefall zur freien Verfügung ausgezahlt wird. Dies ist die flexibelste Form der Absicherung.
  • Pflege-Bahr: Eine staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung ohne Gesundheitsprüfung. Die Leistungen sind jedoch meist geringer und für gesunde Beamte ist ein konventioneller Tarif oft leistungsstärker.
  • Beihilfeergänzungstarife: Manche PKV-Tarife bieten spezielle Bausteine an, die auch im Pflegefall zusätzliche Leistungen erbringen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Abschluss?

Wie bei allen Gesundheitsversicherungen gilt: Je früher, desto besser. Das Eintrittsalter bestimmt maßgeblich die Höhe der Prämie. Zudem ist eine Gesundheitsprüfung erforderlich. Wer erst bei Beginn der Pension über eine Pflegezusatzversicherung nachdenkt, zahlt nicht nur hohe Beiträge, sondern riskiert auch Ablehnungen aufgrund von Vorerkrankungen.

Fazit

Die Beihilfe schützt Beamte im Ruhestand gut, aber nicht perfekt. Die Pflegelücke ist ein reales Risiko für das eigene Vermögen. Eine private Pflegezusatzversicherung ist daher keine Luxusinvestition, sondern eine notwendige Absicherung der Lebensqualität im Alter.

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