← Zurück zum Ratgeber

GOÄ-Steigerungssätze: Abrechnungstipps für Beamte

6 Min. Lesezeit
Übersicht der GOÄ-Faktoren und ihre Bedeutung für die Erstattung durch Beihilfe und PKV
Infografik zum Artikel: GOÄ-Steigerungssätze: Abrechnungstipps für Beamte

Privatärztliche Rechnungen basieren auf der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Für Beamte ist das Verständnis der sogenannten Steigerungssätze essenziell, da die Beihilfe hier strikte Vorgaben macht, ab wann eine Begründung für höhere Kosten zwingend erforderlich ist.

Der Schwellenwert: Der 2,3-fache Satz

In der GoÄ gilt der 2,3-fache Satz als der Regelhöchstsatz für ärztliche Leistungen. Bis zu diesem Faktor erfolgt die Erstattung durch Beihilfe und PKV meist reibungslos. Sollen höhere Sätze abgerechnet werden, muss die Leistung „besonders zeitaufwendig“, „schwierig“ oder durch „besondere Umstände“ geprägt sein.

Abrechnung bis zum 3,5-fachen Satz

Ärzte dürfen bei schwierigen Behandlungen bis zum 3,5-fachen Satz steigern. Damit die Beihilfestelle diesen Betrag anerkennt, reicht eine pauschale Begründung oft nicht aus. Die Begründung muss patientenbezogen und nachvollziehbar sein.

Praxistipp für Beamte: Fordert die Beihilfe eine detailliertere Begründung nach, sollten Sie Ihren Arzt bitten, die Dokumentation zu präzisieren. Viele PKVs bieten hierfür Musterschreiben an.

Honorarvereinbarungen über dem Höchstsatz

Gelegentlich verlangen hochspezialisierte Ärzte Honorare, die über den 3,5-fachen Satz hinausgehen. Dies erfordert eine vorherige schriftliche Honorarvereinbarung. Achtung: Die Beihilfe erstattet in der Regel maximal bis zum 3,5-fachen Satz. Alles, was darüber hinausgeht, bleibt ohne speziellen Zusatztarif („Chefarzt-Wahlleistungstarif“ oder Ergänzungsbaustein) eine Privatleistung des Beamten.

Prüfung der Arztrechnung

Beamte sollten jede Rechnung prüfen: Ist die Steigerung begründet? Passt die Ziffer zur Behandlung? Häufige Fehlerquellen sind Mehrfachabrechnungen ähnlicher Ziffern (Zielleistungsprinzip). Wer hier unsicher ist, kann die Rechnung vorab digital bei der PKV einreichen, um eine unverbindliche Prüfung zu erhalten.

Fazit

Die Beihilfe ist bei Steigerungssätzen über dem 2,3-fachen Faktor strenger als viele private Krankenversicherer. Eine saubere Dokumentation durch den behandelnden Arzt ist der Schlüssel zur vollen Kostenerstattung. Beamte sollten bei hohen Steigerungssätzen proaktiv das Gespräch mit der Praxis suchen, um Nachforderungen zu vermeiden.

Jetzt persönlich beraten lassen

Sichern Sie sich Ihren passenden PKV-Tarif als Beamter oder Anwärter – schnell, unverbindlich und kostenfrei.