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Beihilfeergänzungstarif: Lohnt sich der Schutz?

6 Min. Lesezeit
Infografik über die Deckungslücken der Beihilfe und die Funktion des Ergänzungstarifs
Infografik zum Artikel: Beihilfeergänzungstarif: Lohnt sich der Schutz?

Viele Beamtenanfänger glauben, dass die Kombination aus 50 % Beihilfe und 50 % PKV eine 100-prozentige Kostendeckung garantiert. Das ist ein gefährlicher Irrtum. Die Beihilfe hat zahlreiche „versteckte“ Kürzungen, die durch einen normalen PKV-Tarif nicht aufgefangen werden. Hier kommt der Beihilfeergänzungstarif ins Spiel.

Warum gibt es Lücken?

Die Beihilfeverordnungen des Bundes und der Länder definieren Höchstbeträge, die oft unter den tatsächlichen Kosten liegen. Ein klassisches Beispiel sind Heilmittel wie Physiotherapie oder Logopädie. Verlangt der Therapeut einen Satz, der über der Beihilfe-Höchstgrenze liegt, erstattet die Beihilfe nur ihren Prozentsatz vom gedeckelten Betrag. Die PKV erstattet ebenfalls nur ihren Teil vom erstattungsfähigen Betrag. Auf dem Rest bleiben Sie sitzen.

Kernleistungen des Ergänzungstarifs

Ein guter Ergänzungstarif schließt genau diese Lücken. Er übernimmt unter anderem:

  • Material- und Laborkosten: Bei Zahnersatz kürzt die Beihilfe oft pauschal um 40 % oder mehr. Der Ergänzungstarif fängt dies auf.
  • Heilmittel: Übernahme der Differenzkosten bei Physiotherapie, wenn die Sätze über den Beihilfesätzen liegen.
  • Hilfsmittel: Zuzahlungen zu teuren Rollstühlen, Hörgeräten oder CPAP-Masken.
  • Auslandsschutz: Übernahme von Rücktransportkosten, die die Beihilfe grundsätzlich nicht zahlt.
  • Sehhilfen: Zusätzliche Leistungen für Brillen und Kontaktlinsen über die meist geringen Beihilfesätze hinaus.

Für wen ist der Tarif unverzichtbar?

Besonders für Beamte mit Familie oder chronischen Erkrankungen ist der Ergänzungstarif essenziell. Da Kinder oft einen Beihilfeanspruch von 80 % haben, scheint das Restrisiko klein – doch bei teuren Kieferorthopädie-Behandlungen können 20 % Restkosten plus Materialkürzungen der Beihilfe schnell mehrere tausend Euro ausmachen.

Kosten-Nutzen-Verhältnis

Die Beiträge für Ergänzungstarife sind vergleichsweise gering, oft liegen sie zwischen 10 und 30 Euro pro Monat. Gemessen an dem Risiko, bei einer schweren Krankheit oder einer aufwendigen Zahnbehandlung auf vierstelligen Summen sitzen zu bleiben, ist dieser Baustein eine der wichtigsten Empfehlungen für jeden Beamten.

Fazit

Der Beihilfeergänzungstarif ist kein Luxus, sondern ein notwendiger Puffer gegen die Sparmaßnahmen der öffentlichen Haushalte. Wer eine lückenlose Erstattung wünscht, sollte bei der Tarifwahl in der PKV keinesfalls an dieser Stelle sparen. Ein Vergleich der verschiedenen Anbieter lohnt sich, da die Leistungskataloge der Ergänzungstarife stark variieren.

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